Im Laufe der Geschichte wurden immer wieder Kriege und Konflikte im Namen einer Religion ausgetragen.
Ein Beispiel dafür sind die christlichen Kreuzzüge im Nahen Osten zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert. Aber auch innerhalb von Religionsgemeinschaften gab und gibt es Gewalt: Katholische und protestantische Christen bekämpften sich im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648, sunnitische und schiitische Muslime tragen bis heute zum Teil gewaltsame Konflikte aus.
In diesen Kriegen und Konflikten spielte die Religion eine wichtige Rolle. Sie war aber selten die Ursache dafür. Oft war die Religion nur der „Deckmantel“, hinter dem sich andere Motive versteckten. In Wirklichkeit ging es um die Eroberung fremder Gebiete, um den Zugang zu Ressourcen wie Wasser und Öl oder darum, die eigene Macht und den eigenen Besitz zu vergrößern.
Religionen wurden in Konflikten oft als Feindbilder benutzt, um die eigene Bevölkerung zu mobilisieren. Dabei sah die Wirklichkeit oft anders aus. Ein Beispiel dafür ist die geschürte Angst vor „den Muslimen“ bei der so genannten „Zweiten Wiener Türkenbelagerung“ im Jahr 1683. Dabei waren mehr als die Hälfte der osmanischen Soldaten protestantische Christen, die für den Sultan kämpften.
Deshalb ist es schwer zu sagen, wann man von einem Religions- oder Glaubenskrieg sprechen kann.
Auch heute noch kommt es zu Gewalt im Namen einer Religion. Es sind seltener Staaten, sondern öfter radikale Strömungen innerhalb von Religionsgemeinschaften, die ihren Glauben gewaltsam verbreiten wollen. Man spricht von religiösem Fundamentalismus oder religiösem Extremismus. Hier endet das Recht auf Religionsfreiheit, weil die Grundrechte anderer Menschen eingeschränkt werden, zum Beispiel das Recht auf Leben oder das Recht auf Meinungsfreiheit.