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Wie wird gewählt?

Vor jeder Wahl flattert bei allen wahlberechtigten BürgerInnen eine so genannte Amtliche Wahlinformation in den Briefkasten. Darauf steht dann auch wo und in welchem Wahllokal du wählen kannst. Am Tag der Wahl gehst du mit dieser Amtlichen Wahlinformation in ein Wahllokal. Aber du darfst dir ein Wahllokal nicht wie ein Lokal vorstellen, wo du essen und trinken kannst. Als Wahllokal werden oft Schulen genutzt, weil Wahlen fast immer an Sonntagen sind, wenn die Schulen leer stehen.  
Im Wahllokal sitzen die Leute von der Wahlkommission. Sie fragen dich nach einem Ausweis und streichen deinen Namen auf ihrer Liste durch. Dann bekommst du einen Stimmzettel in einem Kuvert. So stellt die Wahlkommission sicher, dass niemand zwei oder drei Stimmzettel ausfüllt. Das wäre schließlich unfair.

Danach gehst du mit deinem Stimmzettel in eine Wahlkabine, wo du ihn in Ruhe ausfüllen kannst.Hier sieht dir niemand zu, was du auswählst, denn Wahlen sind geheim. Auf dem Stimmzettel kannst du die Partei ankreuzen, für die du stimmst. Außerdem kannst du auch so genannte Vorzugsstimmen für bestimmte KandidatInnen abgeben, zum Beispiel wenn du in einer Partei eine Person ganz besonders unterstützen willst und diese auf den Wahllisten weiter nach vorne rutschen soll.
Wenn du mit dem Ankreuzen und Ausfüllen fertig bist, steckst du den Stimmzettel in ein Kuvert. Dann verlässt du die Wahlkabine und wirfst das Kuvert vor der Wahlkommission in die Wahlurne. Das ist eine Box mit einem Schlitz oben, in die alle WählerInnen ihre Stimmzettel werfen.

Wenn du am Wahltag nicht zu Hause bist, weil du zum Beispiel gerade Urlaub machst, kannst du deine Stimme bei vielen Wahlen auch per Briefwahl abgeben. Das heißt, du lässt dir von der Wahlbehörde eine Wahlkarte zuschicken, den darin enthaltenen Stimmzettel aus und schickst die Wahlkarte per Post wieder zurück. Aber Achtung: Deine Stimme wird nur dann gezählt, wenn du bestätigst, dass dir beim Wählen niemand über die Schulter geschaut hat und die Wahlkarte rechtzeitig wieder bei der Wahlbehörde einlangt. Auch ÖsterreicherInnen, die im Ausland leben, können per Briefwahl wählen. Außerdem kannst du, wenn du am Tag der Wahl nicht in der Nähe deines Wahllokales bist, einer Wahlkarte in jedem anderen Wahllokal in Österreich deine Stimme abgeben.

Auch sonst hat man sich einiges einfallen lassen, damit wirklich jeder wählen kann, der will. Schließlich gehört das Wahlrecht zu den wichtigsten Rechten eines Staatsbürgers bzw. einer Staatsbürgerin. So gibt es für kranke Leute, die nicht mehr aufstehen können, so genannte fliegende Wahlkommissionen, die direkt ins Haus kommen. Und manche Gemeinden bieten ein paar Tage vor der eigentlichen Wahl einen Ersatztermin für alle an, die am Wahltag verhindert sind.

Die Wahlkommision ...

... setzt sich aus höchstens zehn Personen zusammen, die den Vorgang der Wahl beaufsichtigen. Ganz genaue Informationen über Wahlen in Österreich findest du auf der Homepage des Bundesministeriums für Inneres.  
In Österreich gibt es übrigens wie in den meisten anderen europäischen Ländern kein E-Voting (Wahlen auf elektronischem Weg).

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gedruckt am: Mittwoch, 18. Oktober 2017