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AstronautIn – ein ungewöhnlicher Beruf

Menschen, die sich auf Forschungsreise ins Weltall begeben, nennt man „AstronautInnen“ (lat. SternfahrerIn) oder „RaumfahrerInnen“. Die meisten von ihnen haben zuerst an einer Universität Technik, Physik oder Medizin studiert und zusätzlich eine Pilotenausbildung gemacht. Danach haben sie eine AstronautInnenausbildung bei einer Weltraumorganisation, wie z.B. NASA oder ESA, absolviert. Sie müssen nicht nur umfassendes Fachwissen über die Raumfahrt haben, sondern auch körperlich sehr belastbar sein und fließend Englisch und Russisch sprechen, um sich mit ihren Kollegen unterhalten zu können.

Arbeitsplatz: Weltraum

Auf einer Mission in den Kosmos arbeiten und leben sie oft monatelang zusammen in einem Raumschiff und verlassen es nur für kurze Expeditionen. Manchmal müssen sie auch einen kaputten Satelliten reparieren oder Schäden am eigenen Raumschiff ausbessern. Wenn sie für längere Zeit im Weltraum bleiben wollen, können sie zu einer so genannten Raumstation fliegen und von dort aus das Universum beobachten. Einige AstronautInnen sind sogar schon auf dem Mond gelandet und haben Mondgestein zur Untersuchung auf die Erde mitgenommen.

Da sich die Schwerkraft der Erde und die Fliehkraft des Raumschiffs gegenseitig aufheben, bewegen sich AstronautInnen im Raumschiff schwerelos, das heißt sie schweben. Selbst Gegenstände haften hier nicht, wie auf der Erde, am Boden fest. Sie bleiben so lange starr in der Luft, bis man anstupst. Für diese Arbeit in der Schwerelosigkeit müssen AstronautInnen im All täglich mehrere Stunden trainieren, um ihren Körper an den Schwebezustand zu gewöhnen.

Selbst beim Schlafen müssen sich die AstronautInnen festbinden, um nicht davon zu schweben. Wenn sie das Raumschiff oder die Raumstation verlassen wollen, müssen sie außerdem einen speziellen Raumanzug tragen. Der Raumanzug versorgt sie mit genügend Sauerstoff und schützt sie vor gefährlicher Strahlung, wie z.B. der aggressiven UV-Strahlung der Sonne.

„Boten der Menschheit“

Seit dem Weltraumvertrag von 1967 haben AstronautInnen einen besonderen Status: Sie gelten als „envoys of mankind“ (engl. für „BotInnen der Menschheit“) im Weltraum. Sie genießen besonderen Schutz und müssen im Falle eines Unglücks, egal ob auf der Erde, im Weltraum oder auf anderen Himmelskörpern, sofort Hilfe erhalten. Sie müssen auch, wenn es möglich ist, nach einem Unfall in ihren Ursprungsstaat zurückgebracht werden.

Tiere im Weltall: Die ersten AstronautInnen im All waren keine Menschen, sondern Tiere, die zu Testversuchen eingesetzt wurden. Neben der sowjetischen Hündin Laika (1957) wurden von den USA ein Schwein und mehrere Affen in den Weltraum geschickt, z.B. das Rhesusäffchen Sam (1959) und der Schimpanse Ham (1961), bevor der erste Mensch ins All reiste. Auch heute noch werden Tiere (u.a. Frösche, Vögel und Kaninchen) zu Versuchszwecken in den Weltraum gebracht.

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gedruckt am: Dienstag, 24. Oktober 2017