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Religionsfreiheit - was bedeutet das?

Jeder Mensch darf glauben, woran er möchte und selbst entscheiden, welcher Religion er angehören will. In Österreich heißt dieses Recht „Religionsfreiheit“ und steht sogar in der Bundesverfassung.

In einer Gruppe von Menschen eine Religion auszuüben, also gemeinsam zu beten, einen Gottesdienst abzuhalten oder ähnliches, ist nur staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften erlaubt. Wenn der Staat eine Religionsgemeinschaft anerkennt, bringt das aber noch mehr Vorteile: Man darf private Schulen errichten oder Religionsunterricht in Schulen anbieten. Man darf auch Menschen, die im Krankenhaus sind, religiösen Beistand leisten.

Religionsfreiheit und Glaubensfreiheit in Österreich

Bereits seit 1781 gibt es so etwas wie Religionsfreiheit in Österreich. Damals wurde das erste Gesetz beschlossen, das es den Menschen erlaubte, zuhause jede beliebige Religion auszuüben, solange man dabei nicht gegen Gesetze verstieß. In der Öffentlichkeit war es evangelischen, jüdischen oder islamischen Geistlichen aber nicht gestattet, ihre religiöse Kleidung zu tragen und alle Kinder mussten in der Schule den katholischen Religionsunterricht besuchen, egal welchem Glauben sie angehörten.
1867 wurde ein weiterer Schritt zu noch mehr Glaubensfreiheit unternommen. So konnten anerkannte Religionsgemeinschaften nun ihren Glauben auch öffentlich zeigen und ausüben.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Recht auf öffentliche Religionsfreiheit schließlich auch allen nicht anerkannten Religionsgemeinschaften gewährt. Diese Freiheit wurde im Zweiten Weltkrieg in Österreich allerdings mit Füßen getreten. Viele Menschen wurden zu dieser Zeit auch aufgrund ihrer Religion verfolgt und umgebracht, ganz besonders schlimm war die jüdische Religionsgemeinschaft betroffen.

Religionsfreiheit als Menschenrecht

Seit 1950 ist in der Europäischen Menschrechtskonvention festgelegt, dass jeder Anspruch hat auf …
„…Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit des Einzelnen zum Wechsel der Religion oder der Weltanschauung sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen öffentlich oder privat, durch Gottesdienst, Unterricht, durch Ausübung und Betrachtung religiöser Gebräuche auszuüben.“ Zur  Religionsfreiheit gehört auch die Freiheit eines Menschen, keiner Religion angehören zu müssen.

Das Recht auf Religionsfreiheit ist somit ein Menschenrecht!

Religionsmündigkeit:

In Österreich darfst du ab deinem 14. Lebensjahr deine Religion selbst bestimmen. Davor können die Eltern deine Religionszugehörigkeit festlegen, aber schon mit 10 Jahren musst du bei der Frage der Religionszugehörigkeit angehört und gefragt werden(z.B. wenn die Eltern einen Religionswechsel planen).

Derzeit gibt es an den meisten Schulen römisch-katholischen, evangelischen und/oder islamischen Religionsunterricht, aber auch jüdischer und buddhistischer Religionsunterricht wird in Österreich abgehalten. Ob man daran teilnehmen möchte, kann jeder für sich entscheiden. Bis zum 14. Lebensjahr müssen aber die Eltern einer Abmeldung vom Religionsunterricht zustimmen. An einigen Schulen wird statt des Religionsunterrichts ein Ethikunterricht angeboten.

https://demokratiewebstatt.at/thema/thema-religion-und-glaube/religionsfreiheit-was-bedeutet-das/
gedruckt am: Mittwoch, 18. Oktober 2017