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Fünf Säulen und ein Prophet – der Islam

In muslimischen Ländern gehören die Rufe des Muezzin zum Alltag. – Jemand ruft von den Türmen der Moscheen, den Minaretten, „Allāhu akbar“ – „Gott ist groß“ und erinnert so die Menschen, dass es Zeit ist, zu beten.

Moslems oder Muslime sind Menschen, die dem Islam angehören. "Allah" ist arabisch und bedeutet "(der eine) Gott". Allah hat, so glauben MuslimInnen, die Welt erschaffen, er erhält sie und bestimmt ihr Schicksal.

Vor etwa 1.400 Jahren, lebte der arabische Kaufmann Mohammed. Ihm soll damals der Erzengel Gabriel erschienen sein und ihm die ersten Verse des Korans, der heiligen Schrift der MuslimInnen, verkündet haben. Über die nächsten 20 Jahre, bis zum Tod Mohammeds, kamen neue Verse hinzu. Mohammed wird als der Prophet Allahs verehrt. 

Im Koran steht, dass Gott im Laufe der Zeit den Menschen immer wieder Propheten geschickt hat, um den Islam auf der ganzen Welt zu verkünden. Auch Abraham, Moses und Jesus Christus, Propheten, die aus der christlichen Bibel bekannten sind, werden genannt. 

Der Koran ist eine religiöse Schrift, die auch Hinweise für die religiöse Praxis und Regeln für das Alltagsleben in der Gesellschaft umfasst. Etwa finden sich Vorschriften zum Waschen (Gebetswaschung), zur Kleidung und zum Essen darin. MuslimInnen dürfen zum Beispiel kein Schweinefleisch essen. Die Texte des Koran sind so wie die Texte anderer religiöser Schriften schon sehr alt, und man ist sich nicht immer einig darüber, wie sie zu verstehen und zu interpretieren sind.

Für gläubige MuslimInnen gibt es fünf Pflichten. Sie werden auch „Säulen des Islam“ genannt (Klicke hier).

  • Die erste Säule ist das Glaubensbekenntnis: „Es gibt keinen Gott außer Allah – Mohammed ist sein Prophet.“ Das nennen die MuslimInnen „šahāda“.
  • Die zweite Säule, „ṣalāt“, ist das Gebet. Gläubige MuslimInnen beten fünf Mal am Tag, vor dem Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, bei Sonnenuntergang und bei Einbruch der Nacht in Richtung der Stadt Mekka in Saudi-Arabien, der Geburtsstadt von Mohammed. Dabei kann es egal sein, wo sie gerade sind.
  • Die dritte Säule heißt „zakāt“ oder Almosensteuer. MuslimInnen sollen Armen mit einer Spende helfen.
  • Wichtig ist für MuslimInnen auch das Fasten im Monat Ramadan, genannt „ṣawm Ramaḍān“. Das ist die vierte Säule des Islam.
  • Auch eine Pilgerreise nach Mekka gehört zu den religiösen Pflichten der Moslems. Dort steht das wichtigste Heiligtum des Islam, die „Kaaba“. Dieses würfelförmige Gebäude wird sieben Mal umrundet. Das ist die fünfte Säule des Islam, die „ḥaǧǧ“.

Im Islam gibt es mehrere Glaubensrichtungen. Die zwei größten Gruppen sind die Sunniten und die Schiiten. Entstanden sind diese beiden Richtungen, weil es eine Meinungsverschiedenheit über die Nachfolge des Propheten Mohammed gab: Während die Sunniten den Nachfolger Mohammeds nach seinen Fähigkeiten auswählen wollten, waren die Schiiten der Meinung, dass Mohammeds Cousin und Schwiegersohn Ali sein rechtmäßiger Nachfolger sei.

Etwa 80-85 Prozent aller Moslems sind Sunniten, ca. 15 Prozent Schiiten. Diese Zuordnung beeinflusst auch das politische Geschehen, es gibt immer wieder Spannungen. Mehr dazu findest du im Kapitel „Religions- und Glaubenskriege“.

Länder mit dem höchsten Anteil von Menschen muslimischen Glaubens (in Prozent an der Bevölkerung; Mindestanzahl der Mitglieder der Religionsgruppe: 10 Mio.):

https://demokratiewebstatt.at/thema/thema-religion-und-glaube/die-weltreligionen/fuenf-saeulen-und-ein-prophet-der-islam/
gedruckt am: Sonntag, 16. Dezember 2018