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Ein Stern und das gelobte Land – das Judentum

Das Judentum ist die älteste der fünf Weltreligionen. Seine Wurzeln reichen ungefähr 4.000 Jahre zurück. (Vom Judentum spricht man seit frühestens 538 v. Chr.)

Die wichtigste heilige Schrift der JüdInnen ist die Torah. Sie besteht aus den fünf Büchern Mose. Diese sind auch im Alten Testament der christlichen Bibel zu finden. Die Torah ist schon sehr alt, und oft sind die Texte und Botschaften schwer zu verstehen. Deshalb ist für Jüdinnen und Juden auch der Talmud sehr wichtig. Er hilft, mit Erklärungen und Geschichten zu verstehen, was in der Torah steht.

Gläubige JüdInnen leben nach den Gesetzen der Torah. Dazu gehört, dass sie täglich beten und in der Torah lesen. Aber auch Regeln für den Alltag der Menschen und das Zusammenleben stehen darin. JüdInnen dürfen zum Beispiel nur „koschere“ Speisen essen. Das bedeutet, dass das Essen rein sein muss und dafür nach bestimmten Regeln zubereitet wird.

Der „Sabbat“, der Samstag, ist ein Feiertag. Jüdische Geschäfte haben an diesem Tag geschlossen, und gläubige Jüdinnen und Juden dürfen nicht arbeiten, nicht Auto fahren und kein Feuer anzünden. In der heutigen Zeit heißt das auch, dass keine elektrischen Geräte verwendet werden dürfen.

In der Torah (wie auch im Alten Testament) steht, dass der Messias kommen wird, um die Menschen zu retten. JüdInnen sehen diesen Messias aber nicht in Jesus Christus, so wie es die ChristInnen tun.

Nach dem Glauben der JüdInnen hat Gott mit Abraham einen Vertrag geschlossen: Wenn Abraham aufhört, viele Götter zu verehren und nur mehr an den einen Gott glaubt, dann wird Gott seine Nachkommen zu einem großen Volk machen und ihnen ein Land geben – das „gelobte Land“, Kanaan (ungefähr das heutige Israel). Im Jahr 70 nach Christus zerstörten die Römer die Hauptstadt dieses Landes, und die JüdInnen wurden vertrieben. 

Das war aber nicht das letzte Mal, dass Jüdinnen und Juden unter Vertreibung und Ausgrenzung zu leiden hatten.
In der Vergangenheit sind JüdInnen immer wieder verfolgt worden. Diesen Hass gegen Menschen jüdischer Herkunft oder jüdischen Glaubens nennt man „Antisemitismus“.
Besonders schlimm war der Antisemitismus in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Nationalsozialisten planten zwischen 1933 und 1945 die Vernichtung der europäischen Juden, den „Holocaust“ oder hebräisch „Shoah“, und töteten etwa sechs Millionen Juden.
Durch die Verfolgung und Bedrohung ihres Lebens kam es dazu, dass Jüdinnen und Juden sich im Laufe der Zeit über die ganze Welt zerstreuten. Die meisten JüdInnen leben, wie sie sagen, in der Diaspora. Das heißt, sie leben in der Fremde und nicht in ihrer Heimat.

Länder mit dem höchsten Anteil von Menschen jüdischen Glaubens (in Prozent an der Bevölkerung; Mindestanzahl der Mitglieder der Religionsgruppe: 80.000):

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gedruckt am: Montag, 17. Dezember 2018