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Geschichte der Zensur und Pressefreiheit in Österreich

Am 30. Oktober 1918 beschloss die provisorische Nationalversammlung, dass jede Zensur in Österreich aufgehoben wird. Das war nach dem Ersten Weltkrieg. In diesem Beschluss hieß es, dass jede Zensur „dem Grundrecht der Staatsbürger“ widerspreche und: „Die volle Freiheit der Presse ist hergestellt.“ Vor diesem Beschluss wurden alle Texte und Veröffentlichungen streng unter die Lupe genommen und untersucht, ob sie mit der kaiserlichen Regierung vereinbar sind. Es gab Bücher voller Verbotslisten mit Titeln und AutorInnen, die nicht an die Öffentlichkeit gebracht werden durften. Zu kritisch durfte man damals als Autor im Kaiserreich Österreich nicht sein! 

Die zensurfreie Zeit galt nicht allzu lange, denn schon am 7.3.1933 führte die Bundesregierung Österreichs die Zensur wieder ein. 1938 konnte dadurch Adolf Hitler Österreich ohne großen Widerstand an das deutsche Reich anschließen, und von da an galt das Führerprinzip. Umfassende Zensur galt in Österreich so wie im gesamten Deutschen Reich! Es gab keine Meinungsfreiheit. Kannst du dir vorstellen, dass Menschen eingesperrt und oft sogar getötet wurden, wenn sie sich gegen den Führer aussprachen?

Erst am 27. April 1945 (kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges) trat das Recht der Pressefreiheit in Österreich wieder in Kraft. Die Provisorische Regierung Karl Renners setzte damals die Verfassung in der Fassung von 1929 wieder ein.

Lesco erklärt:

Nach dem demokratischen Prinzip wählt eine Gruppe ihre VertreterInnen. Beim Führerprinzip erfolgt die Einsetzung der „VertreterInnen“ durch die jeweils übergeordnete Instanz. Die untergeordnete hat dabei nichts zu sagen. Du kannst dir bestimmt vorstellen, dass in so einem System die Meinungsfreiheit wenig Platz hat.

https://demokratiewebstatt.at/thema/thema-pressefreiheit/was-ist-zensur/geschichte-der-zensur-und-der-pressehreiheit-in-oesterreich/
gedruckt am: Montag, 23. Oktober 2017