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Schattenseiten

„Wo viel Licht, ist auch viel Schatten“ – das gilt auch für die Globalisierung. Durch die schnelle Entwicklung der Globalisierung, das Vertrauen in die Technik und das Streben nach Wachstum und Gewinn werden andere Bereiche oft vernachlässigt und übersehen.

Auswandern, um (vielleicht) besser leben zu können

Schnell wachsende Wirtschaftsstandorte locken Menschen an, die in ihrem Land kaum Arbeit finden. Sie wandern aus und versuchen dort Arbeit zu finden. Das passiert inzwischen weltweit und wird mit dem Fachwort „Arbeitsmigration“ bezeichnet. Die Bedingungen nach der Auswanderung sind ganz unterschiedlich und hängen vom jeweiligen Land und Betrieb ab. Oft jedoch wird die Verzweiflung, Arbeit zu finden, ausgenutzt und Menschen müssen zu niedrigsten Löhnen arbeiten. In vielen Ländern gibt es mittlerweile auch Gesetze, die die Zuwanderung regeln.

Altes verschwindet – Neues entsteht

Über Medien wie Radio, Fernsehen und Internet werden nicht nur Informationen und Unterhaltungsprogramme weltweit übertragen, sondern auch Vorbilder einer beinahe perfekten Lebensweise. Vorstellungen wie „ewig jung“, „makellos schön“ oder „geschäftlich erfolgreich“ prägen unsere Werte, oftmals, ohne dass wir es merken. Durch Filme, TV-Serien, Internetblogs etc. werden Bilder vermittelt, die es so in der Realität gar nicht gibt. Auch unsere Kultur ist in ständigem Wandel begriffen.

Verlust der regionalen Sprache

Die Globalisierung der Sprache bringt nicht nur viele neue Wörter mit sich, sondern verdrängt auch regionale Ausdrücke und Dialekte. Viele österreichische Wörter wie „Paradeiser“, „Kukuruz“ oder „Marille“ sind schon am Verschwinden – weißt du noch, was sie bedeuten?

Das „Greißlersterben“

Internationale Unternehmen haben viel mehr Möglichkeiten, Produkte attraktiver und billiger anzubieten. Das führt dazu, dass regionale Geschäfte, Cafés und Restaurants den Kampf um KundInnen verlieren und schließen müssen. Das Verschwinden kleiner Lebensmittelgeschäfte, die in Österreich „Greißlereien“ heißen, wird auch als „Greißlersterben“ bezeichnet. Große Supermarkt- und Restaurantketten lösen überall auf der Welt die regionalen Betriebe ab.

Blinde Passagiere der Globalisierung

Durch den internationalen Transport und Austausch werden auch verstärkt ungewollt Pflanzen und Tiere verschleppt. Meist sind das kleine Lebewesen oder Samen und Eier, die in Containern, Kisten, Säcken oder im Reisegepäck von TouristInnen ihre Reise um die Welt antreten und plötzlich in unserem Garten oder Wohnzimmer auftauchen. Oft ist das Auftreten dieser Lebewesen mit Problemen verbunden, da sie Schaden anrichten können und keine heimischen Feinde haben.

So führt(e) die Varroamilbe bei uns zu einem Bienensterben, das viele ImkerInnen in ihrer Existenz ernsthaft bedroht(e). Sie wurde mit befallenen Bienen aus Asien, die zu Untersuchungszwecken nach Deutschland gebracht wurden, 1977 in Europa eingeschleppt. Ragweed (Beifußblättriges Traubenkraut) erreichte uns aus Amerika, vor allem durch Verunreinigungen im Vogelfutter für die Winterfütterung. Es gilt als starke Allergiepflanze und ihr Auftreten sollte sofort gemeldet werden.

 Das Wort Arbeitsmigration kommt aus dem Lateinischen: „migratio“ = (Aus)Wanderung)

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gedruckt am: Freitag, 20. Oktober 2017