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Interview mit Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments von 2012-2017

Der deutsche Politiker Martin Schulz war von 2012 bis 2017 der Präsident des Europäischen Parlaments. Er war seit der Europawahl 2004 Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas.
Ursprünglich wollte er Fußballspieler werden, musste aber aufgrund einer Verletzung seine Karriere vorzeitig beenden. Martin Schulz war lange im Verlagswesen tätig und war bis 1994 Inhaber einer Buchhandlung in Würselen, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen, deren Bürgermeister er auch war. Er spricht neben Deutsch noch Französisch, Englisch, Niederländisch und Italienisch.

Wir haben ihn im Mai 2014 über seine Arbeit im Europäischen Parlament befragt!

Was sind Ihre Aufgaben als Präsident des Europäischen Parlaments?

Der Präsident ist sozusagen der Chef des Europäischen Parlaments. Er leitet die Sitzungen und passt auf, dass sich die mehr als 700 Politiker aus den 28 Mitgliedsländern an die Regeln halten, die sie gemeinsam aufgestellt haben. Die Sitzung ist eine Versammlung, in der die Themen besprochen werden, die alle Mitgliedsländer der EU etwas angehen. Zum Beispiel sorgen wir dafür, dass Spielzeug, das in Europa verkauft wird, sicher ist. Wenn wir keine Sitzung haben, vertritt der Parlamentspräsident das Europäische Parlament nach außen, zum Beispiel bei Treffen mit internationalen Politikern oder mit Vertretern aus den anderen EU-Institutionen wie der Europäischen Kommission.

Welche Länder haben Sie während Ihrer Amtszeit bereist?

Das waren so viele, dass ich das gar nicht zählen kann. Als Parlamentspräsident bin ich viel unterwegs. Ich reise in Länder und besuche andere Politiker. Ich war schon in allen Ländern in Europa, von Finnland bis Spanien, aber auch mal weiter weg, zum Beispiel in den USA.

Wie wird eine Plenarsitzung im Europäischen Parlament eröffnet?

Die Plenarsitzung eröffnet der Präsident des Europäischen Parlaments. Wenn er in den Sitzungssaal kommt und ein paar Worte gesprochen hat, kann es losgehen und die Politiker fangen an, über neue Gesetze zu verhandeln.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Als Parlamentspräsident hat man leider nicht so viel Freizeit und häufig arbeite ich von früh morgens bis spät in die Nacht. Da ist man abends so müde, dass man am liebsten sofort ins Bett fällt. Trotzdem schreibe ich jeden Abend noch etwas in mein Tagebuch, das mache ich schon seit vielen Jahren. Und ich versuche auch immer, ein paar Seiten in einem Buch zu lesen. Das entspannt mich.

Wo liegt/en Ihr Arbeitsplatz/Ihre Arbeitsplätze?

Weil das Europäische Parlament drei Arbeitsorte hat, habe ich das auch. Das sind Brüssel in Belgien, Straßburg in Frankreich und Luxemburg.

Können Sie uns ein gutes Kinderbuch zu Europäischer Politik empfehlen?

Ich kann ein Buch empfehlen, das jedes Kind gelesen haben sollte: Christine Nöstlingers „Geschichten vom Franz“. Der Franz hat mir immer imponiert, von ihm kann man Selbstbewusstsein lernen und dass man sich nicht unterkriegen lassen darf. Wenn Kinder gerne mehr über Europäische Politik  wissen möchten, sollten sie mal in die Kinderecke gucken europa.eu/kids-corner/index_de.htm Hier wird leicht erklärt, was in der Europäischen Union gemacht wird.

https://demokratiewebstatt.at/thema/thema-europawahlen/interview-mit-martin-schulz-praesident-des-europaeischen-parlaments-von-2012-2017/
gedruckt am: Samstag, 16. Dezember 2017