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Was ist Terrorismus?

„Terroristen“, „Terroranschlag“ und „Krieg gegen den Terror“ – in letzter Zeit war oft von „Terror“ die Rede. Das Wort „Terror“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Schrecken“. TerroristInnen versuchen, ihre politischen Ziele mit gewaltsamen Mitteln zu erreichen. Dazu gehören Anschläge mit Bomben und Waffen sowie Entführungen und gewalttätige Einschüchterungen. TerroristInnen wollen mit ihren Taten Aufmerksamkeit erregen und Angst und Unsicherheit bei den Menschen auslösen.

Nachgefragt: Befinden sich Staaten „im Krieg gegen den Terrorismus“?

In einem Krieg stehen sich zumeist Staaten mit bewaffneten Soldaten gegenüber. Es gibt verschiedene Kriegsparteien und Territorien. Beim „Kampf“ gegen den Terrorismus ist das nicht der Fall: Einzelne Staaten „kämpfen“ gegen Gruppen von TerroristInnen, nicht gegen andere Länder.

Es gibt verschiedene Gründe, mit denen TerroristInnen ihre Taten rechtfertigen: Wunsch nach politischer Unabhängigkeit und Veränderung der politischen Verhältnisse sowie der Durchsetzung der eigenen Ideologie(n). 

Auf den Punkt gebracht: 

  • TerroristInnen üben Gewalt aus, um Aufmerksamkeit zu erregen und Angst zu verbreiten.
  • Terroranschläge sind nicht vorhersehbar, Opfer sind oft unbeteiligte Menschen.
  • TerroristInnen sind zumeist keine einheitliche Gruppe (wie z.B. eine Armee) und deshalb schwer zu bekämpfen.

Arten von Terrorismus

Bei den Arten des Terrorismus kann man zwei Merkmale unterscheiden: Wo tritt Terrorismus auf und welche Hintergründe und Ziele hat er? 

Terroristische Aktionen können sich auf einen Staat beschränken (nationaler Terrorismus) oder darüber hinausgehen (internationaler Terrorismus). Die Hintergründe und Ziele von terroristischen Organisationen sind sehr verschieden: Sie können politisch, ideologisch, ethnisch oder religiös motiviert sein. Oftmals können sich diese Motive auch vermischen.

Linksterrorismus

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Ausrichtung:
politisch-ideologisch

Hintergrund/Ziele:
Kampf gegen demokratische Staatsordnung, Besitzverhältnisse

Beispiele:
Rote Armee Fraktion (Deutschland) und Roten Brigaden (Italien) in den 1970er Jahren, heute vereinzelt in Südamerika und Südostasien

Rechtsterrorismus

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Ausrichtung:
politisch-ideologisch

Hintergrund/Ziele:
Nationalismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit

Beispiele:
Nationalsozialistischer Untergrund (DEU/2011), Anders Breivik (Norwegen/2011)

Ethnisch-nationalistischer Terrorismus

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Ausrichtung:
ethnisch-nationalistisch

Hintergrund/Ziele:
Kampf um Minderheitenrechte, Autonomie, Unabhängigkeit

Beispiele:
PKK (Türkei), ETA (Spanien), IRA (Nordirland)

Religiöser Terrorismus

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Ausrichtung:
religiös

Hintergrund /Ziele:
radikale Interpretation von Religion; Religion zumeist nur „Vorwand“ für andere Motive

Beispiele:
Islamistischer Extremismus: „IS“ in Syrien/Irak, al-Qaida, Hamas
Christlicher Extremismus: „Lords Resistance Army“, Uganda
Radikaler Buddhismus: Sri Lanka, Burma/Myanmar

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gedruckt am: Donnerstag, 14. Dezember 2017