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Das Kriegstrauma verarbeiten – Literatur, Theater, Musik, bildende Kunst

Das Grauen beschreiben

Der Erste Weltkrieg hinterließ auch in der Kunst seine Spuren. Der Krieg wurde zum Thema vieler Werke der Literatur, der Musik, der bildenden Kunst und des Theaters. Dabei verarbeiteten die KünstlerInnen das Kriegsgeschehen und ihre persönlichen Erfahrungen. Bereits in den ersten Kriegsjahren entstanden Texte und Bilder zu den Erlebnissen an der Front. Sie berichteten ungeschönt über das Grauen an der Front und straften die staatliche Propaganda Lügen. Der österreichische Schriftsteller Georg Trakl (1887-1914) etwa verarbeitete 1914 in dem berühmten Gedicht „Grodek“ seine Erfahrungen als Kriegssanitäter, die ihn in schwere Verzweiflung stürzten.

Traumatisiert waren auch Frauen und Kinder, die ihre Männer, Väter, Brüder und Söhne im Krieg verloren. Die deutsche Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945) setzte sich mit dem Tod ihres eigenen Kindes auseinander und schuf eine Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ für den Soldatenfriedhof auf dem ihr gefallener Sohn begraben ist.

Auch Männer, die nicht zum Kämpfen eingezogen worden waren, brachten ihre Erschütterung über den Krieg und dessen Auswirkungen zum Ausdruck. Der Schriftsteller Karl Kraus (1874-1936) berichtete darüber in seinem Theaterstück „Die letzten Tage der Menschheit“. Stefan Zweig (1881-1942) beschrieb das einschneidende Erlebnis des Kriegs in seinem Buch „Die Welt von Gestern“.

Der Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque (erschienen 1929) schildert die Schrecken des Kriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten. Das Werk gilt bis heute als eine der umfassendsten künstlerischen Darstellungen des Ersten Weltkriegs und als Antikriegsroman. 1931 wurde Remarque für sein Buch für den Friedensnobelpreis nominiert. Der Roman wurde zweimal verfilmt, 1930 und 1979.

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gedruckt am: Dienstag, 12. Dezember 2017