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Das Übergangsquartier als Zwischenlösung

Im Parlament arbeiten derzeit mehrere Hundert Menschen. (Hier erfährst du mehr darüber, wer im Parlament arbeitet)

Für diese Menschen geht es nun ans Koffer packen! Und während im Parlamentsgebäude abgerissen und neu gebaut, gemauert und gezimmert, gehämmert und gebohrt wird, muss die Arbeit des Parlaments natürlich weitergehen. Aber wohin können all diese Menschen ausweichen?

Wohin geht‘s? – In und um die Hofburg

Für die drei Jahre, die die Sanierung voraussichtlich dauern wird, finden die Parlaments-MitarbeiterInnen ganz in der Nähe des Parlamentsgebäudes „Unterschlupf“: Nämlich in der und rund um die Hofburg

Die 183 Abgeordneten des Nationalrates und die 61 Mitglieder des Bundesrates werden ihre Sitzungen im so genannten „Großen Redoutensaal“ (sprich: „Redutensaal“) der Hofburg abhalten. Der Redoutensaal wird für diesen Zweck umgestaltet.

Allerdings können nicht alle MitarbeiterInnen des Parlaments in Räume der Hofburg übersiedeln. Dazu reicht der Platz dort nicht aus. Deshalb hat man sich dafür entschieden, in der Nähe der Hofburg Bürogebäude zu errichten, in denen die MitarbeiterInnen für die Dauer der Sanierung arbeiten können. Nach drei Jahren werden diese Bürohäuser wieder abgebaut und die MitarbeiterInnen siedeln zurück ins Parlament. Zwischen Parlamentsgebäude am Ring und Hofburg entsteht ein richtiges „Demokratie-Quartier“.

Pavillons aus dem Baukasten

Als Übergangs-Lösung wurden in der Nähe der Hofburg drei mehrstöckige Pavillons errichtet, in denen Büroräume und Sitzungslokale Platz finden. Zwei dieser Pavillons stehen auf dem Heldenplatz, einer im Bibliothekshof der Hofburg.

Diese Pavillons werden hauptsächlich aus fixfertigen Holzteilen gebaut – es sind sozusagen Gebäude „aus dem Baukasten“.

An der Außenseite der beiden Pavillons am Heldenplatz werden spezielle Folien angebracht, die als Sonnen- und Sichtschutz dienen sollen. Die Folien werden mit ausgewählten Gesetzestexten bedruckt. Dies dient nicht nur als Verzierung. Vielmehr soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie wertvoll Demokratie ist, und dass bei Gesetzen die (richtigen) Worte eine sehr wichtige Rolle spielen.

Von der Wiese zur Baustelle …

Bevor man mit dem Bau der Pavillons beginnen konnte, musste am Heldenplatz erst einmal gegraben werden, um die Fundamente legen zu können.

Bei den Grabungsarbeiten ist man ganz vorsichtig vorgegangen, weil ArchäologInnen vermutet haben, dass man am Heldenplatz auf jahrhundertealte, archäologische Funde stoßen wird.

Tatsächlich wurde eine Ziegelmauer aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Diese Mauer ist der Rest der Stadtmauer aus dieser Zeit, die damals zum Schutz und zur Verteidigung errichtet wurde.

Bevor mit der Errichtung der Pavillons begonnen wurde, wurde die Mauer komplett freigelegt, gereinigt, vermessen und fotografiert.

… und wieder zurück

Nach voraussichtlich drei Jahren, wenn alle Bauarbeiten erledigt sind, ziehen die Abgeordneten und die anderen ParlamentsmitarbeiterInnen wieder in das fertig sanierte Haus am Ring.

Dann werden die Pavillons rund um die Hofburg abgebaut, und es wird – ganz wörtlich – „Gras über die Sache wachsen“: So wie vor dem Bau der Pavillons wird am Heldenplatz wieder eine Wiese sein.


Obwohl die Holzgebäude rund um die Hofburg nur für etwa drei Jahre aufgestellt und dann wieder abgebaut werden, ist die Übergangs-Lösung mit den Pavillons umweltfreundlich und keine „Verschwendung“!

Die verschiedenen „Baukasten“-Teile der Pavillons können nach der Nutzung durch das Parlament an einem anderen Ort wiederverwendet werden. So könnten daraus Kindergärten oder Schulen entstehen.

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gedruckt am: Dienstag, 24. Oktober 2017